Gesundheitsnetzwerke zwischen Niederösterreich und Tschechien wachsen nachhaltig.
28.09.2026
28.09.2026
ST. PÖLTEN / ZNAIM (CZ). Das EU-geförderte Interreg-Projekt Healthacross MED NET zieht nach fast drei Jahren intensiver Zusammenarbeit eine äußerst positive Bilanz. Die im Rahmen des Projekts aufgebauten Netzwerke haben gezeigt, welches Potenzial in einer engen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit liegt und welchen Mehrwert sie für Gesundheitseinrichtungen, Fachkräfte sowie Patientinnen und Patienten schaffen. Bei der Abschlussveranstaltung am 22. September in Znaim wurden die wichtigsten Projektergebnisse präsentiert, Best-Practice-Beispiele aus den einzelnen Arbeitsbereichen vorgestellt und Perspektiven für die Fortführung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit diskutiert.
„Die Gesundheitsversorgung kennt keine Grenzen. Die aufgebauten Partnerschaften, entwickelten Netzwerke und gemeinsam erarbeiteten Lösungsansätze tragen dazu bei, den fachlichen Austausch zwischen Niederösterreich und den tschechischen Nachbarregionen auch künftig zu stärken und die Gesundheitsversorgung in der gemeinsamen Grenzregion nachhaltig weiterzuentwickeln“, betont die Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, Mag. Dr. Elisabeth Bräutigam, MBA.
Im Zentrum des Projekts Healthacross MED NET stehen drei Themenbereiche: palliative Versorgung, digitale grenzüberschreitende Weiterbildung sowie invasive Kardiologie. Ziel ist es, medizinisches Know-how grenzüberschreitend zu vernetzen, den Wissenstransfer zu stärken und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Gesundheitseinrichtungen zu entwickeln.
Besonders intensiv entwickelte sich in den vergangenen Jahren die Zusammenarbeit im Bereich der Palliativversorgung. Mehrere Fachtreffen, Besuche spezialisierter Einrichtungen in Österreich und Tschechien sowie der grenzüberschreitende Palliativtag im April 2026 boten Fachkräften aus beiden Ländern die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren. Der persönliche Dialog ermöglichte die Entwicklung gemeinsamer Perspektiven für die zukünftige Gestaltung palliativer Angebote.
Gleichzeitig wurden im Bereich der digitalen Weiterbildung wichtige Grundlagen für eine langfristige Zusammenarbeit geschaffen. Im Fokus stehen insbesondere die modernen Lernformate wie digitale Lernplattformen, virtuelle Fallkonferenzen, hybride Fortbildungen, Simulationstrainings und Hospitationen. Erfolgreiche Beispiele für solche Weiterbildungsformate konnten bereits im Rahmen mehrerer medizinischer Fachveranstaltungen umgesetzt werden.
Auch die Aktivitäten im Bereich der invasiven Kardiologie wurden kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel ist es, den fachlichen Austausch zu fördern und die Zusammenarbeit in hochspezialisierten medizinischen Bereichen auszubauen. Die Projektergebnisse zeigen deutlich, dass der Bedarf an grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Gesundheitswesen hoch ist. Fachkräfte auf beiden Seiten der Grenze sehen insbesondere im persönlichen Austausch und im Transfer von Spezialwissen einen wesentlichen Mehrwert. Durch den intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch wurden tragfähige Strukturen geschaffen, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Gesundheitseinrichtungen beider Länder fördern und neue Perspektiven für eine gemeinsame Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung eröffnen.
