Grenzüberschreitende Innovation für bessere Gesundheits-versorgung – erfolgreiche Mid-Term-Konferenz des Projektes „Cross-Prehab“

03.07.2026

ST. PÖLTEN. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zwischen Niederösterreich und der Slowakei eröffnet neue Wege in der Versorgung von Patientinnen und Patienten. Der totale Knie- und Hüftgelenksersatz zählt zu den häufigsten, aber auch körperlich und psychisch belastendsten operativen Eingriffen in der orthopädischen Chirurgie. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Slowakei werden innovative Ansätze entwickelt, um die Behandlungsqualität dieser Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern und die regionalen Stärken zu bündeln. Während sich viele rehabilitative Programme bislang primär auf die postoperative Rehabilitation konzentrierten, setzt das Interreg-SK-AT-Projekt „Cross-Prehab” bewusst früher an: mit einem multimodalen, biopsychosozial ausgerichteten Prähabilitationsprogramm. 

„Die partnerschaftliche Kooperation mit unseren europäischen Nachbarn ermöglicht es, neue Versorgungsmodelle zu entwickeln, von denen Patientinnen und Patienten beiderseits der Grenze direkt profitieren. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit innovative Lösungen hervorbringen kann, die Patientinnen und Patienten unmittelbar zugutekommen“, erklärte die Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, Mag. Dr. Elisabeth Bräutigam, MBA.

Das Projekt „Cross-Prehab” verfolgt einen neuartigen Ansatz, bei dem wissenschaftliche Evidenz, klinische Expertise und praktische Erfahrung in einem ganzheitlichen PREHAB-Programm vereint werden. Ziel ist eine umfassende Vorbereitung der Patientinnen und Patienten, um Behandlungsverläufe zu verbessern, die Lebensqualität zu steigern und die Gesundheitssysteme sowohl in Österreich als auch der Slowakei langfristig zu entlasten.

Im bisherigen Projektverlauf konnten bereits einige Meilensteine erfolgreich umgesetzt werden. Ein wesentlicher Fortschritt ist die Fertigstellung der Informations-, Schulungs- und Übungsvideos. Die Inhalte reichen von gezielten präoperativen Übungen, die die körperliche Ausgangssituation verbessern, über alltagsrelevante Abläufe und Informationen zur Wundversorgung bis hin zur Mobilisation mit Hilfsmitteln. All dies ist für eine rasche Genesung von zentraler Bedeutung. Die Videos unterstützen daher ergänzend eine strukturierte Vorbereitung der Patientinnen und Patienten.

Einen weiteren Höhepunkt stellte auch die Cross-Prehab Mid-Term-Konferenz am 19. März 2026 in Bratislava dar. Die Konferenz brachte Expertinnen und Experten aus Österreich und der Slowakei zusammen und bot eine wichtige Plattform, um eine fundierte Zwischenbilanz des Projekts zu ziehen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden erste Projektergebnisse vorgestellt, Einblicke in das laufende wissenschaftliche Evaluationsdesign gegeben und Erfahrungen aus der bisherigen praktischen Umsetzung des PREHAB-Programms diskutiert. Der fachliche Austausch zeigte deutlich das Potenzial des multimodalen Ansatzes und unterstrich den Mehrwert der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Mit Cross-Prehab wird ein nachhaltiger Impuls für innovative, patientenzentrierte Versorgungsmodelle gesetzt – über Grenzen hinweg.