Grenzüberschreitende medizinische Fortbildung in der Gynäkologie
29.09.2025
29.09.2025
ST. PÖLTEN/MELK. Endometriose gilt nach wie vor als eine der größten Herausforderungen der Gynäkologie. Im Rahmen des EU-geförderten Interreg-Projekts Healthacross MED NET setzen Niederösterreich und die tschechischen Nachbarregionen auf neue Formen der grenzüberschreitenden medizinischen Weiterbildung. Nach der erfolgreichen Live-Übertragung einer komplexen Endometriose-Operation aus dem Krankenhaus Znaim im Juni 2025 folgte nun am 19. September 2025 im Landesklinikum Melk die nächste gemeinsame Fortbildung. Ziel war es, Ärztinnen und Ärzten einerseits praxisnahes Wissen, aktuelle Forschungsergebnisse und innovative chirurgische Ansätze zu vermitteln, andererseits auch den kollegialen Austausch über Ländergrenzen hinweg zu vertiefen.
Unter dem Titel „Verstehen. Behandeln. Begleiten. – Endometriose im Spiegel aktueller Forschung und chirurgischer Praxis“ erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm: Drei komplexe Live-Operationen wurden direkt aus dem OP-Saal in den Festsaal des Landesklinikums Melk übertragen. Darauf aufbauend folgte eine interdisziplinäre Fallbesprechung, die es ermöglichte, operative Vorgehensweisen kritisch zu reflektieren, unterschiedliche fachliche Sichtweisen einzubringen und offene Fragen zu diskutieren. Die fachliche Leitung übernahmen zwei international anerkannte Spezialisten: Prim. Dr. Leopold Wanderer, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie ärztlicher Direktor des Landesklinikums Melk und Prim. MUDr. Radek Chvátal, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Znaim (Nemocnice Znojmo), Tschechien.
„Mit dieser Veranstaltung wollen wir zeigen, wie moderne Operationsmethoden in der Endometriose-Chirurgie nicht nur technisch umgesetzt, sondern auch gemeinsam reflektiert werden können. Gerade der gemeinsame Austausch ist ein zentraler Baustein, weil hier Praxis, Erfahrung und neue wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar zusammenfließen“, erklärte Prim. Dr. Leopold Wanderer. Auch sein tschechischer Kollege Prim. MUDr. Radek Chvátal, unterstrich die Bedeutung des gemeinsamen Austauschs: „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit eröffnet für alle Beteiligten neue Perspektiven. Sie bringt nicht nur unmittelbaren Wissensgewinn, sondern stärkt das gegenseitige Vertrauen und schafft eine gute Basis für die Weiterentwicklung der Endometriose-Behandlung.“
Die Zusammenarbeit zwischen dem Landesklinikum Melk und dem Krankenhaus Znaim hat bereits eine lange Tradition. Das Projekt Healthacross MED NET verdeutlicht eindrucksvoll, wie durch gemeinsamen Wissenstransfer und innovative Fortbildungsformate die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nachhaltig verbessert werden kann.