Kick-off für das neue Healthacross EU Projekt DIGI-PAT
22.01.2024
22.01.2024
Start der Implementierung einer digitalen Pathologie in Niederösterreich durch das Healthacross EU-Projekt „DIGI-PAT“
Digitale Technologien halten auch im medizinischen Alltag immer mehr Einzug. Während viele Bereiche bereits digitalisiert sind, wird im Fachbereich der Pathologie bislang weitestgehend analog gearbeitet – das soll sich nun ändern. Mit dem EU-geförderten Projekt „DIGI-PAT“ sollen die organisatorischen und prozessualen Rahmenbedingungen für die Implementierung einer digitalen Pathologie in Niederösterreich geschaffen werden. Das Hauptziel des Projekts besteht darin, die Grundlagen dafür zu erarbeiten und die Früherkennung von Tumorerkrankungen zu ermöglichen, bzw. die Zeit bis zur Diagnose für die Patientinnen und Patienten lebensrettend zu verkürzen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Universitätsklinikum Maastricht.
Niederösterreich hat schon früh erkannt, dass Gesundheit und Krankheit keine Grenzen kennen. Im Rahmen der Initiative Healthacross setzt Niederösterreich seit vielen Jahren auf enge Zusammenarbeit mit seinen benachbarten Regionen in Tschechien, in Ungarn, in der Slowakei, aber auch mit der Region Euregio Maas-Rhein, wo es bereits seit mehr als 17 Jahren eine enge und erfolgreiche Kooperation gibt.
Die Pathologie ist eine Analysedrehscheibe, die Krankheiten entschlüsselt, um die betroffenen Patientinnen und Patienten zu heilen oder zumindest deren Leid zu lindern. Damit bildet sie eine zentrale Dienstleistungsstelle in enger Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten aller Fachrichtungen. Durch ihre Bedeutung wird auch die Notwendigkeit des verstärkten Einsatzes von digitalen Lösungen verdeutlicht. Die Gewebescheiben werden digital gescannt und das erleichtert im Gegensatz zur Arbeit mit dem Mikroskop die Diagnose von Krankheiten. Dieses Verfahren bringt mehrere Vorteile mit sich: „Man kann viel zielgerichteter arbeiten und die Qualität der Befundung wird besser. Außerdem ist auch die Befundungszeit kürzer. Durch die digitale Pathologie besteht zusätzlich die Möglichkeit, die Stückpräparate von anderen Instituten digital zu empfangen und sich auch eine Zweitmeinung einzuholen. Nicht zuletzt erlaubt die digitale Pathologie auch einen schnellen Zugriff auf frühere Fälle,“ erklärt Axel zur Hausen, Direktor des Pathologischen Instituts des Universitätsklinikums Maastricht.
Das Healthacross EU-Projekt „DIGI-PAT“ wird zur Gänze aus EU-Mitteln gefördert und ist auf eine Laufzeit von zwei Jahren ausgelegt.
„Es ist uns ein großes Anliegen den Fachbereich der Pathologie digital zu unterstützen, um weiterhin eine bestmögliche Versorgung für alle Patientinnen und Patienten in Niederösterreich gewährleisten zu können. Mithilfe der umfassenden Expertise der niederländischen Projektpartner wird es uns gelingen, die niederösterreichischen pathologischen Institute hinsichtlich deren Prozesse und Arbeitsweisen zukunftsfit zu gestalten“, so der für die Landeskliniken zuständige Landesrat Ludwig Schleritzko, welcher am 22. Januar 2024, gemeinsam mit der Initiative Healthacross und Vertreterinnen und Vertreter der pathologischen Abteilung des Universitätsklinikums Maastricht im Universitätsklinikum St. Pölten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kick-Off Veranstaltung des Projektes DIGI-PAT begrüßen konnte.