EU-Projekt Healthacross MED NET stärkt die Zusammenarbeit in einem sensiblen Bereich der Medizin 


ST. PÖLTEN/ GMÜND. Das EU-geförderte Interreg-Projekt Healthacross MED NET setzt seit zwei Jahren einen wichtigen Impuls für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zwischen Niederösterreich und Tschechien. Am 15. April 2026 fand in Gmünd ein grenzüberschreitender Palliativtag statt, bei dem Vertreterinnen und Vertreter aus beiden Ländern zusammenkamen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und die nächsten Schritte der Zusammenarbeit in der palliativen Versorgung zu erörtern.

„Die langjährige gute Kooperation mit unseren tschechischen Partnerinnen und Partnern bringt einen wertvollen Austausch von medizinischem Fachwissen und praktischen Erkenntnissen über Ländergrenzen hinweg. Der persönliche Dialog ermöglicht es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und die eigenen Angebote gezielt weiterzuentwickeln“, betont die Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, Mag. Dr. Elisabeth Bräutigam, MBA.

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe von Aktivitäten, mit denen das EU-Projekt Healthacross MED NET neue Impulse für die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zwischen Niederösterreich und den tschechischen Nachbarregionen setzt. Ziel des Projekts ist es, medizinisches Know-how über Grenzen hinweg zu bündeln und den Austausch zwischen Fachkräften zu intensivieren. Im Zentrum des Projekts Healthacross MED NET stehen drei wesentliche Arbeitspakete: die palliative Versorgung, die digitale grenzüberschreitende Weiterbildung von Gesundheitsfachpersonal sowie die invasive Kardiologie, wobei die palliative Versorgung ein besonders sensibler Bereich der Medizin darstellt, bei dem neben hoher fachlicher Kompetenz auch ein hohes Maß an Sensibilität und interdisziplinärer Zusammenarbeit erforderlich ist. 

Der Palliativtag bot ein vielfältiges Programm, das medizinische, pflegerische sowie psychosoziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigte. Im Mittelpunkt standen Themen wie die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit unheilbaren Erkrankungen, die Versorgung im häuslichen Umfeld, die Begleitung von Angehörigen sowie der Austausch über unterschiedliche Versorgungsmöglichkeiten in Österreich und Tschechien. Dabei wurden konkrete Praxisbeispiele diskutiert, ebenso wie strukturelle Herausforderungen angesprochen. Der grenzüberschreitende Charakter des Palliativtages war von zentraler Bedeutung, da dadurch zugleich ein gemeinsamer Raum zur Stärkung bestehender Netzwerke geschaffen wurde. In den vergangenen Monaten haben zahlreiche bilaterale Treffen, Workshops und Besuche von Gesundheitseinrichtungen gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch ist. Fachkräfte aus beiden Ländern konnten Einblicke in die unterschiedlichen Systeme gewinnen und gemeinsam Ansätze entwickeln, die über die nationalen Grenzen wirken. Damit leistet das EU-Projekt Healthacross MED NET einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in der Region – zum Vorteil von Gesundheitseinrichtungen, Fachpersonal und vor allem der Patientinnen und Patienten. Die bisherigen Aktivitäten bestätigten, dass der kontinuierliche Austausch zu konkreten Verbesserungen in der Praxis führen kann. Gleichzeitig wird das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche Arbeitsweisen vertieft – eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung.

BILDTEXT
v.l.n.r. Teilnehmerinnen und Teilnehmer des grenzüberschreitenden Palliativtages in Gmünd
Fotocredit: © NÖ Landesgesundheitsagentur, Initiative Healthacross